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Weinbauinfo Nr. 16

Datum: 09.07.2020

Allgemeiner Entwicklungsstand:
Bis auf das ständige Warten auf einen erfrischenden, nachhaltigen Regen gibt es aktuell wenig Problematisches aus dem Beratungsgebiet zu vermelden. Die Bestände stehen hervorragend, vereinzelte Meldungen von Ölflecken oder Oidium Traubenbefall ausgenommen. Einzig diskussionswürdig sind Anlagen die ein deutliches Ertragsupdate und/oder Entblätterungsfortschritte benötigen. Die Wetterprognose meldet bis in die nächste Woche hinein stabiles sommerliches Wetter mit Temperaturen um 25°C und bis auf lokale Gewitter kaum Niederschlag.

Tierische Schädlinge:
Traubenwickler:
Die aktuellen Fangzahlen bewegen sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Es sind derzeit keine großflächigen Bekämpfungsmaßnamen nötig. Viele der möglichen abgelegten Eier werden aufgrund Hitze und Trockenheit eintrocknen bzw. nicht überleben. Die genauen Fangzahlen gibt es unter http://monitoring.vitimeteo.de/ oder beim örtlichen Rebschutzwart.

Pilzkrankheiten:
Peronospora:
Die anstehenden Behandlungen sollten mit einem Kontaktmittel mit kurzer Wartezeit wie z.B. Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha WZ 35 Tage) oder Videryo F (2,5 l/ha WZ 28 Tage) durchgeführt werden. Alternativ kann auch ein Kupferpräparat (im Kupfersplitting) mit halber Aufwandmenge (Basis x 2) wie z.B. Funguran progress (1,0 kg/ha WZ 21 Tage), Cuprozin progress (0,8 l/ha WZ 21 Tage) oder Airone SC (1,3 l/ha WZ 21 Tage) auf die beiden letzten Behandlungen verteilt werden. Aufgrund des guten Gesundheitszustands der Bestände, des niedrigen Infektionsdrucks und der Reduktionsstrategie des Eckpunktepapiers wird die Kupferanwendung besonders empfohlen.
Grundsätzlich sind Spritzabstände von 12-14 Tagen möglich, sollten/müssen aber entsprechend des Abschlusstermins 20.-25.7.2020 ausgerichtet werden.

Oidium:
Ausstehende Behandlungen sollten mit Topas (0,32 l/ha WZ 35 Tage) oder Systhane 20 EW (0,24 l/ha WZ 28 Tage) oder als Alternative in sauberen Anlagen ohne Vorjahresbefall mit Kumar (5,0 kg/ha WZ 1 Tag) oder Vitisan (12,0 kg/ha keine WZ) durchgeführt werden (Achtung bei Einsatz in der Hitze, es drohen Verbrennungen der Blätter!). Auch hier wird der Reduktionsstrategie Rechnung getragen.
Der Mittelaufwand errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4; die Wasseraufwandmenge beträgt 800 l/ha.
Grundsätzlich ist auf einen konsequenten Wirkstoffgruppenwechsel zu achten.
Es gelten die Bestimmungen und Hinweise der Gebrauchsanleitungen der eingesetzten Mittel. Besonders zu beachten sind die Anwendungsbestimmungen mit Hinweisen zur persönlichen Schutzausrüstung und Wiederbetretungsfristen.

Weinbauliche Hinweise:
2020 scheint das Jahr des Ohrwurms zu werden. Es werden überall in dunklen Ecken der Laubwand und Beeren, sehr häufig auch im Inneren der kompakten Trauben massenhaft Ohrwürmer gefunden. Abhilfe schafft eine lockere luftige Traubenzone, also Entblätterungen um dunkle Bereiche zu minimieren und vor allem kompakte Trauben vermeiden. Beides ist zudem sehr wichtig zur Vermeidung von Zuflug durch KEF.
Entblätterungen sollten aber aufgrund der aktuell heißen Tage zurückgestellt werden, da sonst Schäden durch Sonnenbrand drohen. Noch nötige Ertragsregulierungsarbeiten wie Traubenteilen, Achseln/Schultern entfernen können jetzt bis zur Reife-/Farbumschlag durch-/fortgeführt werden.
Wo nötig/erforderlich kann mit Blattdüngern zur Vermeidung von Magnesiummangel (Stiellähme) und/oder Eisenmangel (Chlorose) gearbeitet werden.

Sonstige Hinweise:

Aufgrund laufender Kontrolle der Fläche UuU ist die Erreichbarkeit der Weinbauberatung eingeschränkt.

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 29.

Gez. Renz
Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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