Weinbauinfo 20-2021

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Die Lese gewinnt an Dynamik und das ist vor allem dem Gesundheitszustand der Anlagen geschuldet. Essigfäule, Botrytis, Oidium, Abdrücken durch Kompaktheit, Fraßschäden, weiche degenerierende Beerenhäute am Stielende und Flug durch die Fruchtfliegen sind hier hauptsächlich zu nennen. Das intensive Beobachten der Bestände ist unerlässlich und stellt einen wesentlichen Parameter zur Qualitätssicherung dar. Rasches Handeln und konsequente Beerntung der reifen und möglichst gesunden Bestände ist das Gebot der Stunde. Zögern und Warten sind 2021 keine Option. Erste Rückmeldungen lassen positive Rückschlüsse auf Menge und Qualität zu, dies allerdings regional stark abweichend. Die aktuellen Reifemessungen des WBI Freiburg können unter folgendem Link abgerufen werden:

Infodienst - WBI Freiburg - Traubenreife (landwirtschaft-bw.de)

Mit den laut Wetterprognose kühlen Nächten und warmen Tagen wird sich weitere Reife einstellen, was sicherlich dem Jahrgang sehr positiv zugutekommen wird.

Tierische Schädlinge:

Fruchtfliegen:

Aufgrund des raschen Herbstverlaufs schließt sich das Behandlungsfenster gegen KEF und HEF. Sollten noch Maßnahmen nötig sein, bitte mit der Weinbauberatung und dem Vermarkter absprechen.

Die Zahlen des KEF Monitorings können unter: www.monitoring.vitimeteo.de abgerufen werden.

Weinbauliche Hinweise:

WICHTIGE HINWEISE zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PflSchAnwV)

Die aktuelle Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PflSchAnwV) ist Teil des Aktionsprogramms Insektenschutz der Bundesregierung. Das „Insektenschutzgesetz“ ist bereits am 30. August 2021 verabschiedet worden. Die 5. Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung ist am 08.09.2021 in Kraft getreten. Mit dieser Novellierung werden die Anwendungsbestimmungen für den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln geändert und die Anwendung in bestimmten Gebieten weiter eingeschränkt. Ein generelles Anwendungsverbot für glyphosathaltige Präparate gilt nach dieser Verordnung ab dem 1. Januar 2024. Verboten ist ab sofort die Anwendung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln in Wasserschutzgebieten, Heilquellenschutzgebieten und Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten sowie die Spätanwendung vor der Ernte. Das bereits geltende Verbot der Anwendung in Naturschutzgebieten bleibt bestehen.

Informationen zu den betroffenen Schutzgebieten in Baden-Württemberg finden Sie unter dem Kartendienst der LUBW:

Umwelt-Daten und -Karten Online (UDO) (baden-wuerttemberg.de)

Unter dem Reiter Wasser – Grundwasser und Wasserschutzgebiete – Wasserschutzgebiete auf der linken Menüleiste kann flurstücksgenau die eigene Betroffenheit festgestellt werden.

Ein weiteres wichtiges Verbot ist der Einsatz von Herbiziden sowie Insektiziden mit den Anwendungsbestimmungen B1 bis B3 und NN 410 in Naturschutzgebieten, Nationalparks, Naturdenkmäler, § 30 BNatschG – Biotopen und FFH – Gebieten. Für Letztere gilt im Weinbau das Verbot nicht.

Die nächste Weinbauinfo folgt situationsbezogen falls erforderlich

Wir wünschen einen guten Herbstverlauf

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

 

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