Weinbauinfo Nr. 7-2021

Weinbauinfo Nr. 7 vom 27.05.2021

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Seit der letzten Weinbauinfo aus KW 20 hat sich aufgrund der anhaltend kühlen Temperaturen und dem sehr untypischen Maiwetter kaum weiteres Rebenwachstum entwickelt. Die Bestände stehen „in den Startlöchern“ und werden bei vermehrtem Energieangebot in Form von Wärme und Sonne rasant an Wachstum zulegen. Die am weitesten entwickelten Bestände liegen derzeit bei 6-7-Blättern während die vom Frost geschädigten Anlagen mit teils erheblichen Ausfällen noch deutlicher im Wachstum zurückliegen.

Die Wetterprognose meldet für die kommenden Tage endlich etwas höhere Temperaturen und weniger Niederschlag, so dass vor allem Anfang nächster Woche ein Spritzfenster genutzt werden kann.

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Der Flug beider Traubenwicklerarten ist weiterhin sehr gering. Höhere Temperaturen werden die Flugaktivität anschieben, die dieses Jahr eher von bekreuzten Traubenwickler ausgeht.

Aktuelle Fangzahlen können unter http://monitoring.vitimeteo.de/ abgerufen werden.

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Aufgrund der Witterungsbedingungen und geringer Blattfläche waren bisher nur geringe Infektionsbedingungen der Peronospora gegeben. Eine Belagserneuerung mit einem Kontaktmittel wie z.B. Delan Pro (1,2 l/ha – Phosphonat bereits enthalten!), Folpan 80 WDG (0,4 kg/ha) bzw. Folpan 500 SC (0,6 l/ha) oder wenn die stark einschränkenden Anwendungsbestimmungen berücksichtigt werden können Polyram WG (0,8 kg/ha) ist ausreichend. Dazu kann ein phosphonathaltiges Mittel wie z.B. Veriphos (1,0 l/ha) oder Frutogard (1,5 l/ha) zugesetzt werden. Der Spritzabstand kann bei 12-14 Tagen liegen.

Oidium:

Der Einsatz von Netzschwefel gegen Oidium (3,6 – 6 kg/ha je nach Produkt) ist ausreichend.

Die Aufwandmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x 1,0; die Wassermenge beträgt 400 l/ha.

Beachten Sie die Grundsätze der guten fachlichen Praxis, Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz und der persönlichen Schutzausrüstung der jeweiligen Mittel.

Weinbauliche Hinweise:

Die klassische „Schlechtwetterchlorose“ durch Energiearmut lässt sich derzeit verstärkt feststellen. Mit höheren Temperaturen und schnellerem Wachstum werden sich diese Symptome schnell auswachsen. Wer Unterstützung leisten will, kann bei der nächsten Pflanzenschutzmaßnahme ein eisenchelathaltiges Mittel mitausbringen.

Erste Ausbrech- und Heftarbeiten stehen an. Diese konzentrieren sich hauptsächlich auf den Kopfbereich da der Frost an vielen Bögen/Ruten schon „aufgeräumt“ hat. Besonders am verdichteten Kopfbereich sollten überschüssige, schwach-kümmerliche Triebe entfernt werden. Auch die Stockausschläge können derzeit händisch oder maschinell (hier besonders auf Abdriftschäden wegen des starken Winds achten!) schnell und effektiv entfernt werden.

Sonstige Hinweise:

Die Zuversicht wächst, dass dieses Jahr wieder Rebbegehungen stattfinden können, da die Inzidenzzahlen immer weiter sinken und die Zahl der Geimpften immer weiter zunimmt.

Wir halten Sie diesbezüglich auf dem laufenden, denn es wird langsam wieder Zeit für persönlichen Erfahrungsaustausch.

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 22

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

 

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