Weinbauinfo Nr.4-2021

Weinbauinfo Nr. 4 vom 29.4.2021

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Weiterhin sind die Aussichten auf eine längere, wärmere Phase nicht gegeben, ganz im Gegenteil, die Durchschnittstemperatur liegt derzeit fast 3° C hinter dem langjährigen Mittel. Dazu herrscht immer noch fast durchgängig frischer/kalter Wind der die Vegetationsentwicklung zusätzlich stark bremst. Derzeit kann zwischen erstes Grün sichtbar und ca. 3-Blatt-Stadium je nach Frosteinfluss alles beobachtet werden. Schwach geschädigte Anlagen haben ihr Wachstum wiederaufgenommen, während stark geschädigte Anlagen immer noch fast kein Wachstum zeigen. Insgesamt kommt der Austrieb sehr zögerlich voran und Austriebsschädlinge haben nach wie vor beste Bedingungen.

Die Wetterprognose meldet für die kommenden Tage kaum Temperaturen über 15°C, nachts bleibt es meist einstellig und dazu kommen Regen und Wind.

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Die Rebschutzwarte werden gebeten in den kommenden Tagen die Kontrollfallen auszubringen, um auf den Flugbeginn des Traubenwicklers vorbereitet zu sein.

Pilzkrankheiten:

Peronospora und Oidium:

Derzeit sind keine Behandlungen erforderlich, da bisher keine Wintersporenkeimung stattgefunden hat und zu wenig Blattfläche gebildet ist. Dies gilt auch für Phomopsis (Schwarzfleckenkrankheit).

Weinbauliche Hinweise:

Zum Rebaustrieb steigt auch wieder die Gefahr durch Wildverbiss.

Unerlässlich ist in diesem Zusammenhang die Kontrolle der gefährdeten Anlagen ab 2-3-Blatt-Stadium. Bei erkennbaren Schäden (ausgerissene Triebe, abgerissene Triebspitzen, Triebreste am Boden) ist schnellstmöglich der Jagdpächter zu informieren. Grundsätzlich sind gütliche Einigungen anzustreben. Falls wirtschaftliche Schäden angemeldet werden sollen ist die Gemeinde-/Ortsverwaltung zu informieren. Vergrämungsmaßnahmen wie Haarpellets, Aminosol bzw. Einzäunungen helfen vorbeugend und sind meist Bestandteil einer guten Kommunikation zwischen Winzer und Jagdpächter.

Sonstige Hinweise:

Bodenpflege und Düngung:

Bei Herbizidanwendungen sollte generell der Minimierungsgedanke im Vordergrund stehen und es ist

dabei auf ein möglichst schmales Behandlungsband zu achten.

Herbizide dürfen nur auf landwirtschaftlich, gärtnerisch oder

forstwirtschaftlich genutzten Flächen angewendet werden.

Unsachgemäße Anwendungen von z.B. Wegen, Wegrändern

oder Böschungen sind gesetzwidrig und schädigen zudem die

Außendarstellung des Weinbaus.

Es gilt die gute fachliche Praxis!

Denken Sie an die Terminierung der Düngung. Idealerweise sollte die Stickstoffdüngung mit der Magnesiumdüngung zum 3-5-Blatt-Stadium erfolgen. Es gelten die Anforderungen der neuen Düngeverordnung. Auf der Homepage des WBI Freiburg und der Sonderveröffentlichung Düngung des badischen Winzers können aktuelle und weiterführende Informationen abgerufen werden.

In den stärker vom Frost betroffenen Anlagen mit weniger Trieben und verringertem Gescheinsansatz kann die Düngegabe reduziert bzw. ggf. ganz weggelassen werden.

Wir erinnern an die Sanktionsregelung der Flächenbeantragung im Rahmen der Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen. Flächenänderungen können über FIONA korrigiert werden, dazu muss der GA erneut abgeschlossen und dem Landwirtschaftsamt übermittelt werden. Abgabetermin ist der 15.5.

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, innerhalb 14 Tagen

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

 

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