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Weinbauinfo Nr.17-2019

Datum: 01.08.2019

Weinbauinfo Nr. 17 vom 01.08.2019

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Trockenstress soweit das Auge reicht und leider doch in Summe zwar unterschiedliche aber zu wenige Niederschläge um das derzeitige Erscheinungsbild nachhaltig zu ändern. Das Wasserdefizit wird, wie der Wunsch nach Regen immer größer. Auffällig nach den heißen Tagen der vergangenen Woche sind mehr oder wenig starke Sonnenbrandschäden und das Dauerthema ESCA. Der Gesundheits- und Pflegezustand der Anlagen ist sehr ordentlich und die Entwicklung +- im langjährigen Mittel, sichtbar an färbenden und glasig werdenden Beeren.

Die Wetterprognose meldet für die kommenden Tage sommerliches Wetter mit Temperaturen um 28°C. Erst ab nächster Woche werden Niederschläge prognostiziert.

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Aktuell sind keine Auffälligkeiten gemeldet. Die Fallenkontrollen der Rebschutzwarte werden fortgesetzt um eine mögliche dritte Generation sicher zu erfassen.

Kirschessigfliege:

In KW 32 startet das jährliche, vom WBI Freiburg durchgeführte KEF –Monitoring. Bei Auffälligkeiten werden wir über die Weinbauinfo´s informieren.

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Für die anstehende Abschlussbehandlung ist ein Kupferpräparat wie z.B. Funguran progress (2,0 kg/ha, WZ 21 Tage), Cuprozin progress (1,6 l/ha, WZ 21 Tage) oder Cuproxat (8,0 l/ha, WZ 21 Tage) empfehlenswert. Alternativ kann ein Kontaktmittel mit kurzer Wartezeit eingesetzt werden.

Falls Ölflecken im Gipfellaub sichtbar sind, kann mittels Gipfeln des befallenen Laubes vor der Abschlussbehandlung eine mechanische Peronosporabekämpfung durchgeführt werden.

Oidium:

Fast täglich tauchen neue Befallsmeldungen auf und zeigen das hohe Infektionspotential durch Oidium. Meist sind diese Infektionen aber weit zurückliegend. Sollten Befunde auftauchen wird gebeten die Weinbauberatung bezüglich einer Stoppspritzung mit Backpulverpräparaten zu kontaktieren.

In befallsfreien Anlagen kann zur Abschlussbehandlung ein Azol wie z.B. Misha (0,24 l/ha, WZ 14 Tage), Systhane 20 EW (0,24 l/ha, WZ 28 Tage) oder Topas (0,32 l/ha, WZ 35 Tage) eingesetzt werden. Alternativ kann ein Backpulverpräparat wie Kumar (5,0 kg/ha, WZ 1 Tag) oder Vitisan (12,0 kg/ha, keine WZ) plus Wetcit eingesetzt werden. Diese Mittel haben eine gute Nebenwirkung gegen Botrytis, helfen Rückstände zu minimieren und passen sehr gut ins Antiresistenzmanagement, sind aber preislich höher angesiedelt. Vorsicht bei Ausbringung bei Hitze à Verbrennungsgefahr!

Die Mittelmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4.

Der Wasseraufwand beträgt 800 l/ha.

Beachten Sie grundsätzlich die Hinweise der Gebrauchsanleitungen der eingesetzten Mittel.

Botrytis:

Botrytisbehandlungen zur Abschlußbehandlung sollten wenn erforderlich bzw. gewünscht vor allem in kompakten Sorten und Klonen eingeplant werden. Es sind die Produktionsrichtlinien des Vermarkters zu berücksichtigen. Viele Trauben zeigen sich locker so dass für eine zweite Botrytisbehandlung kein zwingender Bedarf besteht. Zum Einsatz kommt z.B. Teldor (0,8 kg/ha), Scala (1,0 l/ha), Cantus (0,6 kg/ha) oder Switch (0,48 kg/ha) als reine Traubenzonenbehandlung mit dem Basisaufwand x 2. Falls zum Termin Traubenschluss bereits ein Botrytizid eingesetzt wurde, ist auf einen Wirkstoffstoffgruppenwechsel zu achten.

Weinbauliche Hinweise:

Trockenstress betrifft vor allem Junganlagen, deswegen wird empfohlen dort besonderes Augenmerk anzulegen. Basale gelbe Blätter, absterbende Ranken und Triebspitzen und verholzte Triebe sind deutliche Alarmsignale. Bewässerungen entsprechend planen und umsetzen.

Entblätterungen mit Maß und Ziel sind dringend anzuraten, denn wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, sind Sonnenbrandschäden meist direkt mit fehlender, schützender Blattmasse verknüpft. Empfohlen wird, wo noch nicht umgesetzt eine Entblätterung mit max. 2-3 Blättern von der Triebbasis aus.

Noch besteht Gelegenheit ertragsregulierende Maßnahmen durchzuführen, dazu zählt vor allem das Entfernen nachzügelnder Traubenteile und Schultern, das Entfernen von Kümmertrieben und das gezielte Traubenteilen kompakter Sorten und Klone.

Alle bodenwasserschonenden Maßnahmen sind aktuell eminent wichtig, dazu zählt vor allem das Kurzhalten der Begrünungen durch Mulchen bzw. Walzen.

Dies ist die letzte wöchentlich erscheinende Weinbauinfo 2019. Die weiteren Weinbauinfos folgen situationsbezogen in unregelmäßigen Abständen.

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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