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Weinbauinfo Nr.16-2019

Datum: 24.07.2019

Weinbauinfo Nr. 16 vom 24.7.2019

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Hitze, Hitze, Hitze und kein Ende. Mit dem morgigen Tag soll zwar der Höhepunkt der zweiten Hitzeperiode des Jahres erreicht sein, aber für unsere Bestände bleibt es bei akutem Stress durch UV-Strahlung, austrocknendem Wind und vor allem Wassermangel. Zunehmend werden jüngere Anlagen sichtbar, die deutliche Trockenstresssymptome zeigen. Das Niederschlagsverhältnis ist seit Monaten defizitär und eine Entspannung aktuell nicht in Sicht. Umso erfreulicher ist es aber dass die Entwicklung der Trauben weiter voranschreitet und man bereits in frühen Sorten und Tafeltrauben Farbumschlag/Weichwerden feststellen kann.

Die Wetterprognose meldet für die kommenden Tage weiterhin sommerlich, aber nicht mehr so heiß mit Temperaturen um 28°C und möglichen Niederschlägen am Wochenende.

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Der Flug der zweiten Generation des Traubenwicklers liegt hinter uns und hatte um den 12. – 13.7. einen Flughöhepunkt. Wer zum Flughöhepunkt + 7 Tage behandelt hat, braucht aus heutiger Sicht keine weitere Behandlung. Wer noch nicht behandelt hat sollte umgehend den abklingenden Flug des bekreuzten Traubenwicklers mit einem zugelassenen Insektizid abdecken.

Die örtlichen Fangzahlen sind unter www.vitimeteo einsehbar bzw. beim Rebschutzwart abzufragen.

Brennnesseln stehen lassen um den Zuflug der Windenglasflügelzikade, dem Überträger der Schwarzholzkrankheit zu minimieren. Zur Festlegung der Symptome bzw. bei Unsicherheiten bitte die Weinbauberatung kontaktieren.

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Die Hitze sorgt weiterhin dafür dass die Infektionsgefahr niedrig bleibt. Geplante Behandlungen können somit mit einem Kontaktmittel mit kurzer Wartezeit wie z.B. Videryo F (2,5 l/ha WZ 28 Tage), Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha WZ 35 Tage) oder Mildicut (4,0 l/ha WZ 21 Tage) durchgeführt werden. Die Abschlußbehandlung im Zeitraum 3.8. – 10.8. (Federweißer und Sektgrundwein ab jetzt) sollte mit einem Kupferpräparat wie z.B. Cuprozin progress (1,6 l/ha WZ 21 Tage) oder Funguran progress (2,0 kg/ha WZ 21 Tage) durchgeführt werden. Aufgrund des guten Gesundheitszustands ist es auch möglich die Kupfergabe auf die letzten beiden Behandlungen aufzuteilen (Kupfersplitting), dann mit jeweils 50% der angegebenen vollen Aufwandmengen.

Oidium:

Befallsmeldungen an Trauben kommen vereinzelt auf. Dringende Bitte die Bestände intensiv zu kontrollieren und bei Auftreten die Weinbauberatung kontaktieren. In gesunden Beständen kann für anstehende Behandlungen z.B. Topas (0,32 l/ha WZ 35 Tage), Systhane 20 EW (0,24 l/ha WZ 28 Tage) oder Misha (0,24 l/ha WZ 14 Tage) eingesetzt werden. Ebenfalls möglich ist, wie in der vorhergehenden Weinbauinfo beschrieben, auch der Einsatz eines Backpulverpräparats wie z.B. Kumar (5,0 kg/ha WZ 1 Tag) oder Vitisan (12,0 kg/ha keine WZ) beide plus Wetcit. Diese Mittel auf Backpulverbasis nicht bei hohen Temperaturen einsetzen, sonst droht Verbrennungsgefahr!

Die Mittelmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x 4; die Wasseraufwandmenge beträgt 800 l/ha. Beachten Sie grundsätzlich die Hinweise in der Gebrauchsanleitung.

Weinbauliche Hinweise:

Entblätterungen sollten aufgrund aktuell hoher Sonnenbrandgefahr verschoben werden. Gleiches gilt für noch nicht abgeschlossene/begonnene Ertragsregulierungen.

Bei anhaltendem Trockenstress kann eine flache Bodenbearbeitung zur Kapillarbrechung sinnvoll sein, dies gilt vor allem für jüngere Anlagen mit unzureichendem Wurzelwachstum. Konkurrenzbegrünungen sind durch mulchen/walzen kurz zu halten. Junganlagen weiterhin wöchentlich mit einem Kontaktmittel und phosphoriger Säure behandeln, sowie rechtzeitig an eine ausreichende Wasserversorgung denken.

Zur Vermeidung der Stiellähme kann der Spritzbrühe nochmals ein magnesiumhaltiger Blattdünger wie z.B. Falnet oder Wuxal Magnesia zugegeben werden. Die Schäden durch ESCA und/oder BDA (Black Dead Arm Disease – Schadbild ähnlich ESCA) werden nun täglich mehr. Stressbedingtes Zusammenbrechen ist verstärkt zu beobachten. Betroffene Stöcke sind zu kennzeichnen und im weiteren Vegetationsverlauf aus den Anlagen zu entfernen, da dort die Sporenkörper der ESCA liegen.

Sonstige Hinweise:

Termine:

24.7.19 18 Uhr Rebbegehung BWK Bereich Kaiserstuhl, Treffpunkt Leiselheim Stuhl

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 31

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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