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Weinbauinfo Nr.14-2019

Datum: 10.07.2019

Weinbauinfo Nr. 14 vom 10.07.2019

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Weiterhin gibt es in unseren Rebbeständen kaum Grund zum Jammern. Die Anlagen stehen top gepflegt und gesund, mit meist ordentlichem Ertrag/Behang und wachsen munter weiter. Ein schönes Bild wenn man sich dort bewegt. Vereinzelt fallen nun aber leider erste Trockenstresssymptome auf und auch ESCA, wenn auch noch verhalten, kann gefunden werden. Das Rebstadium Traubenschluss ist durchgängig erreicht und damit bewegen wir uns leicht vor dem langjährigen Mittel. Die Wetterprognose meldet Richtung Wochenende aufkommenden Niederschlag und Temperaturen im moderaten Bereich um 25°C. Auch in der kommenden Woche soll es eher trocken und angenehm warm bleiben.

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Erste Flughöhepunkte des bekreuzten Traubenwicklers zeichnen sich an den frühen Fallenstandorten ab. Noch ist zwar nicht überall ein Höhepunkt erkennbar, dieser wird aber voraussichtlich nur noch einige Tage entfernt liegen.

Generell gilt: ca. 7-10 Tage nach ermittelten Flughöhepunkt sollte eine Insektizidbehandlung erfolgen.

Zum Einsatz kommt z.B. Coragen, Steward, Mimic oder SpinTor (bienengefährlich) oder ein BT-Präparat.

Die genauen Fangzahlen der jeweiligen Gemarkung sind unter www.vitimeteo.de abrufbar bzw. beim Rebschutzwart zu erfragen.

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Fallen kein/kaum Niederschlag bleibt der Peronosporadruck gering. Folglich kann weiter auf die Kontaktstrategie gesetzt werden. Zum Einsatz kommen Mittel mit einer Wartezeit von max. 35 Tagen wie z.B. Folpan 80 WDG (1,6 kg/ha WZ 35 Tage), Videryo F (2,5 l/ha WZ 28 Tage), das neue Dithane Vino WG (2,13 kg/ha WZ 28 Tage) oder Manfil 80 WG (1,0 kg/ha WZ 28 Tage – beide raubmilbenschädigend!). Fällt Richtung Wochenende mehr Regen als angekündigt, sollte innerhalb 48 Std. nach erfolgter Infektion mit einem Kurativmittel behandelt werden.

Oidium:

Die blütebedingte Inhomogenität der Anlagen mit vielen Nachzüglern hält den Oidiumdruck weiterhin hoch. Sinnvoll ist es daher nochmals ein potentes Mittel einzusetzen. Zum Einsatz kommt z.B. Custodia (0,7 l/ha WZ 35 Tage), Vento Power (1,6 l/ha WZ 28 Tage) oder Kusabi (0,3 l/ha WZ 28 Tage). Ab der nächsten Behandlung kann dann auf Topas bzw. Systhane 20 EW umgestellt werden.

Der Spritzabstand kann ca. 12-14 Tage betragen, und sollte sich am diesjährigen Abschlusstermin in KW 31 (3.August für frühe Lagen und Sorten) bzw. KW 32 (10. August für späte Lagen und Sorten) – Sektgrundwein und neuer Süßer entsprechend vorher – orientieren!

Die Mittelaufwandmenge errechnet aus dem Basisaufwand x 4; die Wasseraufwandmenge beträgt 800 l/ha.

Bitte beachten Sie grundsätzlich die aktuellen Anwendungsbestimmungen und die Gebrauchsanleitung!

Weinbauliche Hinweise:

Weinbaulich befinden wir uns in der Phase des „Feintunings“. Noch nicht abgeschlossene Arbeiten wie Entblätterungen, Ertragsregulierungen und sonstige Pflegemaßnahmen wie gipfeln, mulchen etc. können weitergeführt werden.

Wo nötig und/oder gewünscht können weiterhin Blattdünger gegen Stiellähme (Magnesiummangel) oder Chlorose (Eisenmangel) eingesetzt werden.

ESCA-Symptome werden nun immer augenscheinlicher – egal was vorliegt, das Ende ist bekannt! Befallene Stöcke am besten direkt markieren und im Frühjahr aus den Anlagen entfernen.

Generelle Auffälligkeiten bitte der Weinbauberatung melden!

Sonstige Hinweise:

Rebflächen, die zwischen dem 01.8.2016 und dem 31. 7.2017 gerodet und bisher nicht wiederbepflanzt wurden, verlieren demnächst ihr Pflanzrecht!

Dieses Pflanzrecht kann für drei Jahre verlängert werden, wenn der Bewirtschafter bis 31.7.2019 (Ausschlussfrist, es gilt der Eingang beim Regierungspräsidium!) einen Antrag auf „Genehmigung einer Wiederbepflanzung“ stellt.

Mit diesem Antrag kann das Pflanzrecht auf eine andere Fläche des eigenen Betriebes verlegt werden.

Falls der Antrag nicht fristgerecht gestellt wird, verfallen die Pflanzrechte tagesgenau 3 Jahre nach der Rodung.

Den Antrag mit Erläuterungen finden Sie im Internet unter

https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Landwirtschaft/Documents/antrag-wiederbepflanzung-umwandlung.pdf

bzw. über die Stichworte „Antrag Wiederbepflanzung Freiburg“.

Für Rückfragen stehen Simon Zipf (0761/208-1292) und Volker Steinmetz (0761/208-1304) telefonisch zur Verfügung.

Termine:

10. 7.19 18 Uhr Rebbegehung WG Bischoffingen-Endingen, Treffpunkt Traubenannahme Endingen

17.7.19 18 Uhr Rebbegehung WG Sasbach, Treffpunkt Limberg

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 29

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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