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Weinbauinfo Nr.12-2019

Datum: 27.06.2019

Weinbauinfo Nr. 12 vom 27.6.2019

Allgemeiner Entwicklungsstand:

Die rasante Entwicklung hält an so dass aktuell in frühen Lagen und Sorten bereits Erbsengröße (BBCH 75) sichtbar ist. Bis auf wenige Nachblüher ist die Rebblüte 2019 abgeschlossen. Aufmerksame Beobachter können bereits erste gegipfelte Anlagen entdecken, weitere kommen täglich dazu. Der Gesundheitszustand der Reben ist hervorragend und belegt die bisher gut umgesetzte Pflanzenschutzstrategie. Die Wetterprognose meldet für die kommenden Tage heißes Sommerwetter mit Temperaturen um 30°C. Erst ab Dienstag nächster Woche steigt die Regenwahrscheinlichkeit an.

Tierische Schädlinge:

Traubenwickler:

Keine/geringe Fangzahlen der beiden Traubenwickler – Arten seit geraumer Zeit – 2019 scheint nicht das Jahr des Traubenwicklers zu sein. Die Rebschutzwarte haben die Fallen für die zweite Generation bestückt und werden die Fangzahlen zeitnah melden. Weitere Infos auch unter http://monitoring.vitimeteo.de

Pilzkrankheiten:

Peronospora:

Meldungen von Ölflecken aus zurückliegenden in der Blühphase stattgefundenen Infektionen treffen aktuell ein. Meist handelt es sich um Ölflecke im mittleren Laubwandbereich oder Ölflecken an Stammaustrieben in Bodennähe. Die momentane heiße, trockene Wetterperiode hilft weitere Sporulationen einzudämmen. Insgesamt ist der Gesundheitszustand wie bereits erwähnt, sehr gut, da zur Blüte kurze Spritzabstände gefahren wurden. Die eingeschlagene Strategie gilt es beizubehalten, aktuell aber vor allem im Hinblick auf Oidium. Spritzabstände von ca. 10 Tage sollten also weiterhin eingehalten werden. Zum Einsatz gegen Peronospora kommt ein Kontaktmittel wie z.B. Polyram WG (2,4 kg/ha), Folpan 80 WDG (1,2 kg/ha) oder Videryo F (1,875 l/ha). Der Einsatz von Kombipräparaten mit Phosphonat sowie die Zugabe von Phosphonat zum Kontaktmittel macht nur in Anlagen Sinn in denen der Gipfeltermin weiter als eine Woche entfernt liegt. Fallen zum Pflanzenschutztermin kräftige Niederschläge, sollte mit einem Kurativmittel wie z.B. Sanvino (1,125 kg/ha), Orvego (1,2 kg/ha) oder Ampexio (0,48 kg/ha) innerhalb 48 h nach Infektion behandelt werden.

Oidium:

Besonderes Augenmerk ist in dieser Wetterlage auf eine gute Oidiumbehandlung zu legen. Zum Einsatz kommt z.B. Talendo (0,3 l/ha, Kategorie J), Vivando (0,24 l/ha, Kategorie K) oder Collis (0,48 kg/ha, Kategorie A/L – Strobilurine nur einmalig anwenden!). Wer bisher noch kein Mittel der Wirkstoffgruppe L eingesetzt hat, kann dies mit Sercadis (0,18 l/ha, Kategorie L) oder Luna Max/Experience (0,375 l/ha / 1l/ha, Kategorie L/G bzw. L/H) nachholen.

Die Mittelaufwandmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x 3; die Wassermenge beträgt 800 l/ha. Bitte Wirkstoffklassen der einzelnen Mittel unbedingt beachten, maximal 2 x pro Saison einsetzen und nicht aufeinanderfolgend

verwenden.

Botrytis:

Aufgrund des schnellen Wachstums wird in den frühen Lagen und Sorten bald das Rebstadium Traubenschluss erreicht werden. Beobachten Sie ihre Bestände genau, da sich die wichtige Botrytizidbehandlung an den am weitest entwickelten Trauben orientiert.

Zum Einsatz kommen: zur Traubenzonenbehandlung ein Botrytismittel wie z.B. Teldor (0,8 kg/ha), Switch (0,48 kg/ha) oder Cantus (0,6 kg/ha – Achtung Kategorie L wie Sercadis und Luna Max/Experience). Das Befahren jeder Gasse wird empfohlen.

Bitte beachten Sie grundsätzlich die aktuellen Anwendungsbestimmungen und die Gebrauchsanleitung!

Weinbauliche Hinweise:

Das Entblättern sowohl von Hand als auch maschinell ist eine essentielle phytosanitäre Maßnahme zur Fäulnisvermeidung. Das moderate „Ausblasen“ mit 0,4 – 0,6 bar Druck stellt sowohl hinsichtlich Kompaktheitsminderung als auch hinsichtlich Sauberkeit (Ausblasen der Blütereste) eine effiziente Maßnahme dar. Der Einsatzzeitraum ist aktuell erreicht (Schrotkorn – bis Erbsengröße). Handentblätterungen und andere mechanische Verfahren (Zupf – bzw. Sauggeräte) können ebenfalls ab jetzt über einen längeren Zeitraum umgesetzt werden.

Mit weiteren Heftarbeiten und dem bald anstehenden ersten Gipfeltermin schreiten die weinbaulichen Arbeiten voran.

Sonstige Hinweise:

Rebumstrukturierung:

Die Flächenkontrolle 2019 hat begonnen und es kann dadurch zu eingeschränkter Verfügbarkeit des Weinbauberaters kommen. Wir bitten um Verständnis. Noch fehlen einige Reben-/ Tropfbewässerungsrechnungen. Bitte reichen Sie diese so schnell als möglich, nach Pflanzung bzw. Installation, bis spätestens 15.07.2019 ein.

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 27

Gez. Renz

Weinbauberatung Landkreis Emmendingen

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