Weinbauinfo Nr. 11

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Allgemeiner Entwicklungsstand

Hitze, Hitze, Hitze mit extrem hohen Temperaturen haben das Wachstum (und auch das gesellschaftliche Leben) weitestgehend zum Erliegen gebracht. Die Rebentwicklung stagniert, wenig verwunderlich, aktuell und es fehlt nun überall Wasser für weiteres Wachstum. Junganlagen und vor allem nachgepflanzte Reben brauchen dringend Wasserunterstützung, denn leider meldet die Wetterprognose weiterhin keinen nennenswerten Niederschlag und wenn dann nur in Form von Gewittern mit möglichem Starkregen und Hagel. Das ist auch nicht das Wasser, das wir wollen und brauchen. Immerhin soll in den nächsten Tagen der Höhepunkt der Hitzewelle erreicht sein und ab nächster Woche werden dann „nur“ noch 26-28 °C gemeldet. 

Tierische Schädlinge

Traubenwickler:

Bedingt durch die Hitze ist der Flug fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Es werden nur vereinzelte Tiere gefangen, entsprechend sind keine Bekämpfungsmaßnahmen nötig. Wie bekannt sind die Fangzahlen der jeweiligen Gemeinden unter http://monitoring.vitimeteo.de und über den örtlichen Rebschutzwart abrufbar.

Pilzkrankheiten

Peronospora:

Die Infektionsgefahr durch Peronospora ist fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Anhaltende Trockenheit und aktuelle Hitzewelle bringen zusätzliche Sicherheit vor neuen Infektionen. Vor diesem Hintergrund und um Kosten zu sparen, sowie der Pflanzenschutzreduktion Rechnung zu tragen, kann für die nächste Behandlung die Aufwandmenge auf Basis x 2 reduziert werden. Das wäre dann z.B. bei Folpan 80 WDG (0,8 kg/ha). Es können selbstverständlich auch andere Kontaktmittel zum Einsatz kommen.
Wer in der sehr unkritischen aktuellen Lage Mut hat, kann auch gänzlich auf den Zusatz eines Peromittels verzichten. Die Wetterprognose lässt dies zu und Peroinfektionen kommen nicht aus heiterem Himmel. Zudem hilft der Verzicht Geld zu sparen und trägt der Pflanzenschutzreduktionsstrategie Rechnung.

Oidium:  

Etwas anders sieht es bei Oidium aus, hier ist trotz der hohen Temperaturen die Gefahr noch nicht ganz gebannt. Zwar sinkt die Beerenanfälligkeit gegen Oidium ab, es können aber noch Infektionen über das Stielgerüst und natürlich auch weiterhin an den Blättern stattfinden. Zum Einsatz kommt z.B. Vivando (0,28 l/ha), Kusabi (0,26 l/ha) oder Talendo (0,35 l/ha). Hier gilt Aufwandmenge ist Basis x 3,5.
Es ist zwingend auf einen Wirkstoffgruppenwechsel zu achten, um den Vorgaben der Antiresistenzstrategie ausreichend Rechnung zu tragen.
Der Spritzabstand kann 12-14 Tage betragen, die laufenden Behandlungen sollten am diesjährigen Termin zur Abschlussbehandlung am 25. Juli (Sekt und neuer Süßer am 18. Juli) ausgerichtet werden.

Weinbauliche Hinweise

Momentan stehen die weinbaulichen Arbeiten relativ still, es wird nur das Nötigste gemacht. Schonen Sie sich und ihre Mitarbeiter vor der Sonne – es muss nicht sein aktuell! Auch die maschinellen Arbeiten sollten in der Hitze auf das Nötigste beschränkt werden, es bleibt für alle Arbeiten noch ausreichend Zeit im weiteren Vegetationsverlauf. Vor allem ist jetzt auf ein bodenwasserschonendes Arbeiten zu achten, d.h. keine tiefen, wendenden Bodenbearbeitungen, möglichst Walzen statt Mulchen, da die Bodenabdeckung einen besseren Transpirationsschutz bietet und keine offenen Böden.
Entblätterungsmaßnahmen jeglicher Art und Weise momentan zurückstellen, ansonsten wenn es sich nicht vermeiden lässt, ausreichend Blattmasse als Sonnenschutz stehen lassen und nicht in der größten Hitze fahren.
Bleibt es weiterhin trocken, werden die Ertragsaussichten leider geringer als noch vor kurzem erhofft, nötige Ertragsregulierungen werden anderseits dann aber meist nicht mehr nötig sein/werden. Wie sich das entwickelt und ob wir im einen oder anderen Fall ertragsregulierend eingreifen müssen, entscheidet der Zeitpunkt des nächsten Regens/Niederschlags, sowie dessen Menge. Wichtig ist es, seine Anlagen im Auge zu behalten und individuell zu entscheiden.

Sonstige Hinweise

Termine: 

25.6.26, 18 Uhr

Rebbegehung WG Königschaffhausen-Kiechlinsbergen, 
Treffpunkt Gausberg Königschaffhausen

Die nächste Weinbauinfo folgt, sofern nicht anders erforderlich, in KW 27

 

Gez. Renz
Weinbauberatung Landkreis Emmendingen